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Solo Camping: Warum Solo-Trips weniger verrückt sind, als sie klingen

von Tim | geprüft

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Solo-Camping: Für den einen klingt das nach totaler Langeweile ohne Gesprächspartner, für den anderen nach einer Mischung aus Mutprobe, Rambo und Selbstfindungstrip. Tatsächlich jedoch ist allein campen weder langweilig noch ein spleeniges Abenteuer für Menschen mit Taschenmesser zwischen den Zähnen.

Wer gut plant, realistisch bleibt und sich nicht direkt beim ersten Mal in die hinterste Wildnis verabschiedet, kann allein draußen eine erstaunlich entspannte Zeit haben. Wir zeigen dir, was du wissen solltest.

Warum allein campen so befreiend sein kann

Wenn Campingtrips schlechter werden, als geplant, dann liegt das allzu oft an der Gruppendynamik. Einer will früh los, der andere braucht erst drei Kaffee. Einer möchte wandern, der andere lieber am See liegen. Einer findet den Stellplatz romantisch, der andere sieht nur Mücken, Schlamm und den Mangel an fließendem Wasser.

Alleine fällt das weg:

Solo-Camping bedeutet nicht Einsamkeit, sondern Selbstbestimmung. Du kannst deinen Rhythmus finden und merkst ziemlich schnell, was dir draußen wirklich wichtig ist. Manche entdecken dabei, dass sie weniger Ausrüstung brauchen als gedacht. Andere merken, wie gut es tut, ohne ständige Gespräche, Nachrichten und Kompromisse unterwegs zu sein.

Die Vorteile vom Solocamping?

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Gerade auf Campingplätzen, Trekkingplätzen oder offiziellen Stellplätzen ist allein reisen außerdem weniger exotisch, als viele glauben. Da sind Radfahrer auf Tour, Wanderer mit kleinem Zelt, Van-Reisende, Durchreisende, Ruhesuchende.

Kurz: Solo-Camping ist die einzige Variante, bei der du sowohl Drehbuchautor, Regisseur und Hauptdarsteller bist und dir niemand reinreden kann. Das bedeutet letzten Endes Freiheit pur.

Sicherheit beginnt nicht erst im Wald

Vor allem beim ersten Solo-Trip sollte die Planung bewusst einfach bleiben. Kein abgelegener Gebirgspass, keine fünftägige Tour ohne Netzempfang, kein improvisierter Nachtplatz irgendwo unter einem halbzerfallenen Hochsitz im Nirgendwo. Besser ist ein überschaubarer Start:

  • Ein gut bewerteter Campingplatz
  • Ein offizieller Trekkingplatz
  • Eine kurze Wochenendtour
  • Eine Region mit guter Infrastruktur
  • Eine Route, die du im Notfall an vielen Punkten abbrechen kannst

Allein unterwegs zu sein bedeutet mehr Eigenverantwortung. Wenn etwas schiefläuft, ist nicht automatisch jemand neben dir, der mitdenkt. Wenn du dir einen Sonnenbrand holst, musst du allein zusehen, wie die Creme auf deinen Rücken kommt. Das heißt aber nicht, dass Solo-Camping per se gefährlich(er) wäre. Entscheidend ist, Risiken vorher nüchtern zu sortieren.

Auslandstouren: Versicherung nicht vergessen

Das kann durchaus auch ins Ausland führen. Wenn, dann solltest du jedoch nicht nur an Ausweis, Maut, Adapter und verwirrend unterschiedliche Campingregeln denken. Auch medizinische Hilfe kann unterwegs schnell relevant werden – vom verstauchten Knöchel bis zur fiesen Magen-Darm-Attacke.

Eine passende Auslandskrankenversicherung gehört aufgrund ihres deutlich größeren Leistungsumfangs deshalb bei Touren außerhalb Deutschlands sinnvoll in den Vorab-Check. Ja, das gilt selbst, wenn es dich nur ins EU-Ausland führt. Denn auch wenn dort die deutsche GKV prinzipiell gilt, tut sie das nur mit diversen Einschränkungen.

Übrigens: Bei der Gelegenheit solltest du auch deine Hausratversicherung checken, speziell den Punkt “Reisegepäck” bzw. “Hausrat auf Reisen”. Je nach Police kann dein Equipment gegen Diebstahl, Brand, Sturm usw. geschützt sei. Schau deshalb genau nach, was gilt und überlege dir auch hier, ob ein Upgrade sinnvoll wäre.

Was du vor der ersten Solo-Tour klären solltest

Allein campen wird deutlich entspannter, wenn du nicht jeden kleinen Punkt spontan lösen musst. So schön Spontaneität auch sein mag, sie schmeckt deutlich besser, wenn der Schlafplatz schon feststeht und der Akku nicht bei drei Prozent ist.

Das solltest du vor der Abfahrt prüfen:

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Wichtig: Je weniger Erfahrung du hast, desto mehr Struktur darf der erste Trip haben. Das nimmt dem Abenteuer nichts weg. Es sorgt nur dafür, dass du nachts nicht mit Stirnlampe und halb aufgebautem Zelt im Regen stehst und dich fragst, was du anstelle des durchnässten Schlafsacks nehmen kannst.

Die richtige Ausrüstung: Nicht zu viel, nicht zu mutig

Beim Solo-Camping gibt es zwei klassische Fehler:

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Beides ist Unsinn. Wichtig ist eine Ausrüstung, die du allein tragen, aufbauen und bedienen kannst. Ein Riesenzelt, das nur mit drei Händen und einem Ingenieurstudium steht, ist für den ersten Solo-Trip eher suboptimal.

Besser sind robuste, einfache Lösungen – und sowieso findet sich das individuell optimale Solo-Equipment erst im Laufe mehrerer Trips nach und nach zusammen. Geh also nicht davon aus, beim ersten Mal gleich perfekt zu sein.

Wie sieht eine sinnvolle Grundausstattung aus?

  • Ein leicht aufzubauendes Zelt, Tarp oder eine Schlaflösung im Auto
  • Schlafsack und Isomatte respektive Hängematte passend zur Temperatur
  • Stirnlampe entweder aufladbar oder mit Ersatzbatterien
  • Powerbank und Ladekabel
  • Erste-Hilfe-Set
  • Wetterfeste Kleidung, notfalls Stiefel-Überzieher und Poncho
  • Ausreichend Wasser oder Wasserfilter
  • Mahlzeiten, Gewicht und Wasserbedarf passend zu deinem Trip
  • Taschenmesser oder Multitool, ggf. Klappspaten, auch als Hammer für Heringe
  • Müllbeutel und etwas Reparaturmaterial, etwa Panzertape
  • Rolle Paracord oder vergleichbare robuste Kunststoffschnur

Der Kniff: Versuche nicht, dich für jede Eventualität zu rüsten oder wettzumachen, dass niemand dabei ist, der mit seinen Sachen aushelfen kann. Eruiere deinen Trip und dessen potenzielle Realitäten und packe entsprechend.

Allein heißt nicht schutzlos

Viele Sorgen beim Solo-Camping drehen sich weniger um konkrete Gefahren als um ein diffuses Gefühl: Was, wenn nachts jemand kommt? Was, wenn ich mich unwohl fühle? Was, wenn der Platz doch nicht passt? Diese Fragen sind allesamt berechtigt. Wichtig ist aber, ihnen nicht mit Panik zu begegnen.

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Und wenn die Einsamkeit doch komisch wird?

Der erste Abend allein kann merkwürdig sein, denn plötzlich fehlt das übliche Hintergrundrauschen. Viele greifen dann automatisch zum Handy. Kann man machen. Muss man aber nicht.

Solo-Camping funktioniert besser, wenn du die Einsamkeit nutzt, um Dinge zu tun, zu denen vor lauter Ablenkung sonst nie Zeit bleibt:

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Fazit? Das Ziel ist nicht, dich dauernd abzulenken, sondern durch etwas Struktur zu verhindern, dass Stille unangenehm wird.

Tim

Über 10 Jahre Wander- und Campingerfahrung
Tim ist der Gründer von BeyondCamping und begeisterter Outdoor-Fan. Er liebt es mit seinem Hund und guter Ausrüstung auf mehrtägigen Wander- und Campingtouren unterwegs zu sein. Nur seine Liebe zum Wassersport ist noch größer.

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